Kunde
Der Verein Deutscher Zementwerke e. V. (VDZ) ist der zentrale technisch-wissenschaftliche Zusammenschluss der deutschen Zementindustrie mit Sitz in Düsseldorf und Berlin. Seit über hundert Jahren begleitet der Verband die Branche in allen Fragen rund um Forschung, Umwelt und Technik. In den eigenen Laboren und Forschungseinrichtungen werden Baustoffe, Verfahren und Produktionsprozesse untersucht, dazu vertritt der VDZ die Interessen seiner Mitgliedsunternehmen gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit.
Ein großer Teil dieser Arbeit dreht sich um Zahlen. Der VDZ erhebt, pflegt und veröffentlicht die wichtigsten Kennzahlen der deutschen Zementindustrie: Produktionsmengen, Energieverbräuche, Ersatzbrennstoffquoten, CO₂-Bilanzen. Diese Daten sind die Grundlage für Jahresberichte, Stellungnahmen, wissenschaftliche Publikationen und den laufenden Austausch mit den Mitgliedern.

Aufgabe
Der VDZ suchte einen zentralen Ort, an dem sich die statistischen Daten der Branche zusammenführen, auswerten und ausgeben lassen. Bis dahin lag vieles verteilt in einzelnen Dateien, Exporten und internen Erfassungen. Für jede neue Auswertung hieß das: Zahlen zusammensuchen, aufbereiten, abgleichen, visualisieren. Im Grunde alles händisch.
Ziel war eine eigene Plattform, die diese Arbeit übernimmt. Ein Portal, auf dem sich Daten nach Zeitraum, Thema und Kategorie filtern und miteinander kombinieren lassen, sodass aus dem vorhandenen Bestand direkt interaktive Charts und Tabellen entstehen. So lässt sich zum Beispiel die Entwicklung der CO₂-Emissionen pro Tonne Zement der letzten fünf Jahre mit dem Einsatz von Ersatzbrennstoffen im selben Diagramm vergleichen, um zu sehen, ob beide Werte zusammenhängen. Dazu gehörte auch die Möglichkeit, Diagramme individuell aus beliebigen Daten zusammenzustellen, als Favoriten zu speichern und für eigene Berichte zu exportieren. Ergänzt werden sollte das durch ein Embed-Skript, mit dem sich einzelne Visualisierungen auch auf anderen Seiten des Verbands einbinden lassen.
Die Plattform sollte zwei Rollen bedienen: Auf Seiten des VDZ die Pflege und Aufbereitung der Daten, auf Seiten der Mitgliedsunternehmen den Zugriff auf aktuelle Branchenzahlen samt eigenem Dashboard und Favoriten.
Das Projekt kam über unseren Kooperationspartner ServiceDesign aus Heidelberg zu uns, die den VDZ im Printbereich betreuen.
Projektinfos
Kunde
Verein Deutscher Zementwerke e. V. (VDZ)
Auftrag
Aufbau einer eigenen Statistikplattform
Leistungen
Konzeption, Individualentwicklung, Schnittstellenprogrammierung
System
Symfony-Basis mit React/Mantine-Frontend, self-hosted Metabase-Anbindung

Herausforderung
Für diese Anforderung gab es keine fertige Software, die man hätte kaufen und konfigurieren können. Die Plattform wurde deshalb von Grund auf entwickelt.
Die eigentliche technische Hürde war die Datenbasis. Über 160 Tabellen kamen aus sehr unterschiedlichen Quellen in die Plattform: Vom Statistischen Bundesamt (Destatis) über eine automatisierte Schnittstelle, Markt- und Umweltdaten aus VDZ-Erhebungen, dazu händisch erfasste Datensätze, die sich nicht anders einpflegen ließen. Jede Quelle brachte eigene Strukturen, Zeitreihen und Einheiten mit, die am Ende in einer gemeinsamen, auswertbaren Form stehen mussten.
Herangehensweise
Wir haben das Projekt bewusst agil aufgesetzt. Bei einer Plattform dieser Größe lassen sich nicht alle fachlichen und technischen Details im Vorfeld festlegen. Viele Anforderungen werden erst im Verlauf wirklich konkret, andere ergeben sich aus verschiedenen Abhängigkeiten, die zu Beginn niemand im Kopf haben kann. So konnten wir die Plattform Schritt für Schritt entlang der tatsächlichen Arbeitsweise des VDZ weiterentwickeln.
Web-Anwendung auf Symfony-Basis
Technisch entstand eine Web-Anwendung, angebunden an eine self-hosted Metabase. Metabase übernimmt im Hintergrund zwei Aufgaben: Es fragt die von uns aufgebaute Datenbank nach den gewünschten Zahlen ab und erzeugt aus diesen Zahlen die eigentlichen Diagramme. Genau dieser zweite Teil, das Umrechnen von Rohdaten in eine fertige Kurve, Säule oder Fläche, ist die sogenannte Chart-Engine. Alles, was die Nutzer am Ende tatsächlich sehen und bedienen, haben wir darüber selbst gebaut: Datenimport, Vereinheitlichung, Benutzeroberfläche, Favoriten-, Filter- und Exportlogik. Für den Zugang haben wir die Plattform an die bestehende Single-Sign-On-Lösung des VDZ angebunden, damit VDZ-Mitarbeiter und Mitgliedsunternehmen das Portal mit ihren vorhandenen Zugängen nutzen können und daneben keine zweite Nutzerverwaltung gepflegt werden muss.
Schnittstellen und Vereinheitlichung der Daten
Im ersten Schritt entstanden die Schnittstellen zu den externen Datenquellen und eine Oberfläche, über die sich Datensätze auch manuell einpflegen lassen, weil nicht zu jeder Quelle eine Automatisierung möglich war.
Darauf folgte der aufwendigste Teil: die Vereinheitlichung der Daten. Unterschiedliche Einheiten, Zeitraster und Kategorien mussten so aufbereitet werden, dass sich beliebige Kombinationen und Aggregationen erzeugen lassen, ohne dass am Ende jemand per Hand nachkorrigiert.
Arbeitsumgebung für den VDZ und die Mitglieder
Auf dieser Grundlage entstand die eigentliche Arbeitsumgebung. Charts lassen sich dort filtern, gruppieren, als Favoriten speichern und in verschiedenen Darstellungsformen ausgeben. Die Filter- und Bedingungslogik geht dabei sehr weit, damit sich aus dem Gesamtbestand genau die Kennzahlen, Zeiträume und Zusammenhänge herausziehen lassen, die im jeweiligen Bericht gebraucht werden.
Export und Einbindung
Ergänzt wurde die Plattform durch Exportfunktionen und ein Embed-Skript, über das sich einzelne Visualisierungen auch auf anderen VDZ-Seiten einbinden lassen.


Ergebnis
Weil wir von Anfang an agil gearbeitet haben, ist am Ende sogar mehr entstanden als ursprünglich geplant: eine flexiblere und umfangreichere Plattform, bei gleichem Budget. Anforderungen, die sich erst im Projektverlauf gezeigt haben, konnten wir direkt aufnehmen.
Wer heute eine Zahl für einen Bericht oder eine Präsentation braucht, öffnet das Portal, wählt Kennzahl und Zeitraum und hat das Diagramm direkt vor sich. Das spart enorm viel Zeit, und weil die Daten zentral gepflegt werden, stimmt die Zahl auch wirklich. Es gibt jetzt sozusagen eine Single Source of Truth.
Auch der Austausch mit Kollegen und Mitgliedsunternehmen ist einfacher geworden. Fragt jemand nach einer Auswertung, lässt sich ein Chart einmal konfigurieren, als Favorit speichern und direkt weitergeben.
Für die öffentliche Kommunikation gilt dasselbe: Einmal aufbereitete Visualisierungen lassen sich per Embed-Skript auf andere VDZ-Seiten einbinden und aktualisieren sich dort automatisch, sobald neue Daten vorliegen.
„Wir hatten jederzeit das Gefühl, einen Partner an unserer Seite zu haben, der nicht nur umsetzt, sondern mitdenkt. Die Herangehensweisen waren lösungsorientiert und pragmatisch, ohne unnötige Komplexität. Unser Projekt des Statistikportals wurde planbar und mehr als passend zu unseren Anforderungen realisiert. Wir freuen uns schon auf das nächste gemeinsame Projekt.“




